Maaaaahn, war das ein Fight! Wir haben es tatsächlich geschafft. Wir spielen nächstes Jahr wieder in der Verbandsliga! Wir, das sind: Boris, Jurij, Stefan, Torsten, Richard, Thomas, Andreas, Wolfgang, unsere Ersatzspieler und ich. Und es war denkbar knapp und kaum auszuhalten.

Der Spielfilm: katastrophaler Start für Torsten. Irgendwas war schief gelaufen in seiner Eröffnung und eigentlich kam er total unter die Räder. Aber der Kerl ist nicht klein zu kriegen. Und er war der Erste, der zum Remis einnickte und eine verloren geglaubte Partie ins Ziel rettete! auch Jurij hat sich in der Eröffnung verfranst. Abtausch hier und da, ein gegnerischer Läufer auf c7, die eigene Dame auf e8 und so circa null Bewegungsfreiheit. Lange hat er gekämpft, aber am Ende hat es nicht gereicht. 1,5:0,5 für Uedem. Aber der Thomas, der hat heute einen rausgehauen und die Karre am Laufen gehalten. So konnte er mit seinem typischen Aufbau eine gute Stellung erzielen und diese in einen Sieg ummünzen. Ausgleich! Richard hatte die "Poison pawn variation" im Franzosen auf dem Brett. Ein frühes Dg4 von Weiß leitete diesen Angriff ein. Aber Weiß traute dem Braten nicht ganz recht und spielte unkonventionell weiter. Nach abgewehrten Angriffen und der Zeitnotphase blieb ein wohl ausgeglichenes Endspiel übrig und das Spiel wurde Remis. 2:2 stand es nun. Und so stand es lange.

Ein Mannschaftsremis würde uns zugute kommen, denn nach Egalisierung des Ergebnisses gegen Nettetal ist Moers in der Zweitwertung besser gestellt als die Uedemer. Und es waren 4 Endspiele auf den Brettern und bis 15 Uhr wurde hier weitergespielt und taktiert und gewartet und geackert und die Köpfe rauchten. In keiner Stellung war auszumachen, wer wirklich besser stand. Überall war es gefährlich, denn ein Fehlgriff und der entscheidende Vorteil würde ausgespielt. Andreas konnte keinen Fortschritt in seiner Stellung erzielen: Jeweils zwei Türme und 6 Bauern waren auf dem Brett, aber es ging für beide nicht vorwärts und so wurde es ebenfalls Remis. Boris hatt zuerst einen Mehrbauern, jedoch auch ein Turmendspiel mit für beide Spieler jeweils eine Leichtfigur und so richtig wollten die Klötze nicht vorwärts. Irgendwann nickte der Gegner ins Unentschieden ein. 3:3.

Noch ein Punkt oder zwei Remis. Nur nicht Verlieren. Es lag an Stefan und mir, dass wir das Ding sauber zu Ende spielen. Stefan hatte lange einen Bauern auf der 7. Reihe, aber sein Turm stand im Weg und taktisch war da nichts zu machen. Er wagte noch einen Königsvormarsch und war sich sicher, dass der Gegner diesen nicht entscheidend ausnutzen kann. Aber auch so schien es nicht über das Remis hinauszugehen. Und ich hatte ein Dame+Turm+4 Bauern Endspiel mit nach der Abwicklung in der Zeitnotphase passivem Aufbau und vielleicht leicht schlechterer Königsstellung. Es geschahen von beiden nur wenige Züge, da jeder Zug über die Damenschachs ausgerechnet werden musste, dass am Ende nicht ein Turmverlust oder ein Matt rausspringt. Als sich mir die Möglichkeit bot über die Flanke mit der Dame einzubrechen und der gegnerische König durch den Turm auf e7 nicht über die e-Linie weglaufen konnte, da bot sich mir die Chance. Beide hatten schon 5,5 Stunden gespielt und dann hatte ich tatsächlich ein Dauerschach gesehen! Ich guckte rüber zu Stefan und er konnte in diesem Moment den letzten Bauern vom Brett nehmen und zum Remis fertig machen. Tatsächlich hatte ich wohl sogar ein Matt auf dem Brett, aber ich habe es in der Aufregung nicht mehr gesehen. Aber es war mir egal: Dauerschach bei mir, Remis bei Stefan und wir haben das Ding! Geil! Geile Leistung von dieser tollen Truppe!

Andersherum müssen wir als faire Sportsleute sagen, dass es echt mies für Uedem ist, denn: auch Uedem hat kein Spiel in dieser Saison verloren und genauso viele Mannschaftspunkte. Diese Liga hatte zwei Aufsteiger verdient! Wir wünschen euch, liebe Uedemer viel Erfolg im nächsten Jahr und das wir uns in der Verbandsliga wiedertreffen. Aber heute feiern wir!!! Tätäräääää!!! Tätäräääää!!!